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Theater/Film: Frei oder abhängig beschäftigt?

Ich will frei sein…

 

 

Nicht nur Helge Schneider hegt in seinem Song diesen Wunsch, sondern auch ein Großteil der Filmschaffenden wäre bei den Engagements am Theater bzw. bei Produktionsgesellschaften gerne frei und nicht in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis. Da hier keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden, ein Wunsch mit wirtschaftlichem Hintergrund.

 

 

Häufig sieht die Realität allerdings anders aus, obwohl die sozialversicherungsrechtliche Behandlung von Produktionsgesellschaften und Theatern teilweise auch höchst unterschiedlich gehandhabt wird. So liegen hier die Gründe anscheinend in Sondervereinbarungen mit den Prüfern der Deutschen Rentenversicherung oder aber in der Unwissenheit der Zuständigen bei kleineren Produktionsgesellschaften. Eine Tatsache, die nicht gerade zur Verständnis bei den Filmschaffenden beiträgt.

 

 

In der heutigen Kolumne wollen wir uns insoweit die Regelungen des Abgrenzungskatalogs für im Bereich Theater, Orchester, Rundfunk- und Fernsehanbieter, Film- und Fernsehproduktionen tätige Personen anschauen. Erst im April dieses Jahres erfolgte eine Anpassung mit Aufnahme der Maskenbildner/Visagisten in den Berufskatalog. Der Abgrenzungskatalog wurde durch die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung aufgestellt.

 

 

Die im Katalog festgeschriebenen Grundsätze wurden anhand der Rechtsprechung entwickelt. Hierdurch soll ermöglicht werden, eine Beurteilung der Tätigkeit einfacher vornehmen zu können. Dabei ist stets zu beachten, dass es dabei aber nicht auf die formelle vertragliche Gestaltung und die Bezeichnung im Vertrag ankommt, sondern vielmehr auf die tatsächliche Durchführung. Also: wie wird die Tätigkeit tatsächlich gelebt?

 

 

Im Rundschreiben wird dabei zwischen der Tätigkeit bei Theaterunternehmen und der Tätigkeit bei Hörfunk und Fernsehen unterschieden.

 

Tätigkeit bei Theaterunternehmen

 

 

Spielzeitverpflichtete Künstler: Filmschaffende, die aufgrund eines Spielzeit- oder Teilspielzeitvertrages engagiert sind, sind in den Theaterbetrieb eingegliedert und damit abhängig beschäftigt. Und dies unabhängig davon, ob gleichzeitig eine Gastspielverpflichtung bei einem anderen Theater eingegangen wurde.

 

 

Gastspielzeitverpflichtete Künstler: Aufgrund der Probenverpflichtungen und der meist festen Rollenübernahme sind auch gastspielzeitverpflichtete Schauspieler und andere Künstler in den Theaterbetrieb eingegliedert und daher grundsätzlich abhängig beschäftigt. Ausnahmsweise wird allerdings bei einem Schauspieler eine selbständige Tätigkeit angenommen, wenn er aufgrund seiner hervorragenden künstlerischen Stellung maßgeblich zum künstlerischen Erfolg der Aufführung beizutragen verspricht und wenn nach dem jeweiligen Gastspielvertrag nur wenige Vorstellungen vereinbart sind.

 

 

Beispiel: Ein Schauspieler mit überregionaler Wertschätzung und wirtschaftlicher Unabhängigkeit wird für die Weihnachtsaufführungen eines Theaters engagiert. Bei der Tätigkeit des Schauspielers liegt ausnahmsweise eine selbständige Tätigkeit vor. Soweit er allerdings einer regelmäßigen Probenverpflichtung unterliegt, spricht dies wieder gegen eine selbständige Tätigkeit.

 

 

Bei den nachfolgenden Berufsgruppen wird an einem Theater von einer selbständigen Tätigkeit ausgegangen:

 

  • Regisseure, die die Inszenierung nur eines bestimmten Stücks übernehmen;
  • Bühnen- oder Kostümbildner, die das Bühnenbild oder die Kostüme nur für ein bestimmtes Stück entwerfen;
  • Choreographen, die die Gestaltung eines bestimmten Stückes oder eines abendfüllenden Programms übernehmen.

 

 

Tätigkeit bei Fernsehen, bei Film- und Fernsehproduktionen einschließlich der Synchronisation

 

 

Die Filmschaffenden, die aufgrund von Honorarverträgen für Produktionsgesellschaften oder Fernsehanstalten tätig sind, sind grundsätzlich abhängig beschäftigt. Und das auch, obwohl sie üblicherweise als „Freie“ bezeichnet werden. Insbesondere gilt dies dann, wenn sie nicht zu den programmgestaltenden Mitarbeitern gehören sowie für Schauspieler, Kameraleute, Regieassistenten und sonstige Mitarbeiter in der Film- und Fernsehproduktion.

 

 

Zu den programmgestaltenden Mitarbeitern zählt, wer seine eigene Auffassungen zu politischen, wirtschaftlichen, künstlerischen Sachfragen, seine Fachkenntnisse sowie seine individuelle künstlerische Befähigung und Aussagekraft einbringt, d.h. durch sein Engagement und seine Persönlichkeit wird der Inhalt der Sendung weitgehend bestimmt.

 

 

Darüber hinaus sind die folgenden Gruppen von freien Mitarbeitern selbständig tätig, wenn sie für Produktionen einzelvertraglich verpflichtet werden. Ohne Bedeutung ist es, ob sie dabei wiederholt, d.h. für verschiedene oder ähnliche Produktionen im Jahr – jedoch nicht für Sendereihen, für die ständige Dienstbereitschaft erwartet wird – verpflichtet werden:

  • Bühnenbildner
  • Bildregisseure
  • Cutter, soweit der eigenschöpferische Teil der Leistung überwiegt
  • Film- und Fernseharchitekten
  • Kostümbildner
  • Lichtdesigner
  • Producer, soweit eigenschöpferisch
  • Maskenbildner im Bereich der darstellenden Kunst, nicht hingegen bei Magazin- und Nachrichtensendungen
  • Regisseure
  • Videografiker

 

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