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Arbeitszimmer von Journalisten

Dass bei selbständigen Journalisten regelmäßig ein häusliches Arbeitszimmer vorliegt, hat sich mittlerweile auch bis zum Bundesfinanzministerium rumgesprochen. So ist dies in einem Ländererlass separat als Beispiel aufgenommen worden.

 

Um jedoch nach aktueller Gesetzeslage die Kosten für das Arbeitszimmer steuerlich berücksichtigen zu können, muss dieses Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten und beruflichen Betätigung des Journalisten darstellen. Unterrichtet der Journalist beispielsweise nebenher an einer Hochschule, wird der Abzug der Kosten fürs Arbeitszimmer untersagt, da seine Tätigkeit beim unterrichtenden Teil in der Hochschule und somit nicht im häuslichen Arbeitszimmer liegt. Bis zum Veranlagungsjahr 2006 wurde hier dann wenigstens ein maximaler Betrag i.H.v. EUR 1.250,00 anerkannt, soweit die berufliche Nutzung im Arbeitszimmer über 50% lag.  Zwar sind diverse Gerichtsverfahren gegen die Kürzung anhängig; das Finanzamt beruft sich jedoch weiterhin auf die Gesetzeslage und erlässt die Steuerbescheide, gekürzt um die Kosten, unter dem Vorbehalt der Nachprüfung.

 

Aber auch soweit nur die selbständige, journalistische Tätigkeit ausgeübt wird, kommt es vereinzelt zu Kürzungen. So wird teilweise die Meinung vertreten, dass der prägende Teil der journalistischen Tätigkeit im „Außendienst“ bei Recherchen besteht und es wird der Journalist anscheinend mit dem freien Handelsvertreter verwechselt, der außerhalb des häuslichen Arbeitszimmers Geschäfte abschließt und im häuslichen Bereich nur die Auftragsbestätigungen schreibt. Dies ist bei Journalisten allerdings nicht der Fall, liegt hier der prägende Teil der Arbeit im Schreiben. Und das wird zum Großteil im häuslichen Arbeitszimmer ausgeführt. Betroffenen Journalisten ist insoweit geraten, Einsprüche gegen die Kürzungen einzulegen.

 

Und auch für Journalisten, die über kein klassisches Arbeitszimmer verfügen (abgeschlossener Raum, kein Durchgangszimmer) ist Hoffnung in Sicht. So hat der Bundesfinanzhof in einem Urteil dem Aufteilungsverbot bei gemischten Kosten eine Absage erteilt. In der Vergangenheit hatte die Rechtsprechung ein grundsätzliches Abzugsverbot für gemischte Aufwendungen abgeleitet. Durch das bahnbrechende Urteil des BFH, bei dem es um Reisekosten ging, ist es nunmehr möglich, bei einer teilweise beruflich und privat veranlasten Reise Kosten von der Steuer abzusetzen. Nach unserer Interpretation des Urteils, ist dieses auch auf „Arbeitsecken“ im häuslichen Bereich übertragbar. Soweit also neben dem Schreibtisch auch die Couch und das Bügelbrett im Zimmer steht, sollte im Rahmen der Steuererklärung der Anteil des Arbeitsbereichs angesetzt werden.

 

Arbeitszimmer oder Betriebsstätte, das ist hier die Frage!?

Diese Frage dürfte für jene Steuerpflichtige von Interesse sein, welche einen bestimmten Teil ihrer Arbeit von zu Hause aus erledigen. Sollten gar die Voraussetzungen zur Anerkennung einer Betriebsstätte erfüllt sein, dürfen die für selbige anfallenden Kosten komplett als Betriebsausgaben gebucht werden.

 

In einem Urteil vom Finanzgericht Düsseldorf wurden die Voraussetzungen nochmal aufgeführt.

 

Ein häusliches Arbeitszimmer liegt vor, wenn der Raum/die Räume

  • nach Lage, Funktion und Ausstattung in die häusliche Sphäre eingebunden sind
  • vorwiegend zur Erledigung gedanklicher, schriftlicher oder verwaltungstechnischer Arbeiten genutzt wird
  • der Mittelpunkt der beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit vor Ort liegt.

 

Eine Betriebsstätte liegt vor, wenn der Raum/die Räume

  • zusätzlich durch Dritte genutzt werden, die nicht zum Haushalt oder zur Familie gehören
  • über eine deutliche Abgrenzung bzw. Zugänglichmachung für Fremde oder Publikumsverkehr verfügen (z.B. separater Eingang)

Darüber hinaus können entscheidende Kriterien auch das Beschäftigen von Angestellten oder die Raumgröße in Relation zur gesamten Wohnungs- bzw. Hausfläche sein.

 

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